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Wie der kleine Stern zum Himmel kam

Wie der kleine Stern zum Himmel kam.

 Es ist Vorweihnachtszeit. Mutter räumt die Schubladen auf und findet einen alten zerknitterten Bogen Goldfolie.

Sie legt ihn auf den Stapel Papiere, die in den Müll sollen. Da stürmt der kleine Hans herein und entdeckt die Folie. „Oh, ist die toll. Willst du die etwa wegschmeißen?“ empört hebt er die Folie auf.

„Die ist doch schon so alt und außerdem ganz verknittert. Was willst du denn damit?“ fragt Mama und kramt weiter in den Schubladen herum.

„Damit kann man bestimmt was ganz tolles Basteln“ Hans nimmt die Folie und rennt in sein Zimmer. Vorsichtig legt  er sie vor sich auf den Tisch und streicht sie glatt. „Was soll ich nur mit dir anstellen. Du glitzerst so schön, ich könnte ja einen Stern basteln.“ Von seiner Idee angetan, holt er sofort Schere und Klebstoff und fängt an.
Er schneidet drei Kreise aus, schneidet diese viermal ein und rollt vorsichtig kleine Spitzen daraus. Dann nimmt er die drei Lagen mit den vier Spitzen und klebt sie vorsichtig zusammen. Ganz stolz hält er einen kleinen fast kugeligen Stern in der Hand.
Hans ist jetzt richtig aufgeregt und legt den Stern vorsichtig oben auf sein Regal, damit er ja nicht kaputtgeht.
"Sieh mal Mama, ist der nicht schön?“ Mutter ist begeistert. „Der ist so schön geworden, das er einen Ehrenplatz am Weihnachtsbaum verdient. Was meinst du dazu?“
Es ist Weihnachten und der Baum wird geschmückt. Der goldene Stern hängt natürlich fast ganz oben unter der Christbaumspitze. Stolz funkelt er vor sich hin.
In der Heiligen Nacht fällt ein Lichtstrahl vom Mond zum Fenster herein und der kleine Stern glitzert und funkelt wunderbar. Der Mondstrahl hat ihn wachgekitzelt. Er spiegelt sich in den Kugeln und denkt bei sich „Ach, was bin ich schön.“  Der andere Baumschmuck sieht wirklich beinahe richtig blass aus im Vergleich zu dem kleinen Stern.

 Jeder, der zu Besuch kommt, wird von Hans natürlich als erstes zum Stern geführt. Alle bewundern das funkelnde Schmuckstück. Der kleine Stern platzt fast vor Stolz und versucht jeden Lichtstrahl der Kerzen zu erhaschen, um noch mehr zu glitzern.

 Die Weihnachtszeit und Silvester sind vorbei und es kommt der Tag, an dem der Baum abgeschmückt wird.

 Im neuen Jahr stellt der Vater den kahlen Baum draußen vor die Tür.

Doch was ist das?

Oben am Baum hängt noch unser Sternchen. Einsam und verlassen baumelt es in der Kälte.

„Oh, was geschieht jetzt mit mir? Hat Hans mich denn vergessen?“ Traurig wartet der kleine Stern darauf, was wohl mit ihm passieren wird.....

 

 

© B. Döblitz


Der komplette Text ist nachzulesen in meinem Kurzgeschichtenbuch :
"Gedankenspuren – Nicht alltägliche Kurzgeschichten von heiter bis besinnlich"
ISBN-13: 978-3-95488-726-2
1. Auflage 2014 Engelsdorfer Verlag


Preis: 8,00 EUR
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und  in der Anthologie:
Wundersame Weihnacht, EPLA Verlag









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