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Die Wahrheit über Schneewittchen

Die Wahrheit über Schneewittchen,

(oder: wie ein pubertierender, selbstsüchtiger Teenie alle in den Wahnsinn treibt)

Vor langer, langer Zeit wuchs Schneewittchen gut behütet in einem großen Schloss auf.  König und Königin vergötterten ihre Tochter über alles und erfüllten ihr jeden Wunsch.
Doch die Königin ereilte eine schwere Krankheit und sie starb kurz vor Schneewittchens zehnten Geburtstag.
Daraufhin schenkte der König seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit nur noch Schneewittchen. Er kaufte ihr, was ihr Herz begehrte und überschüttete sie mit seiner Liebe.
Schneewittchen genoss dieses Gefühl der Macht,  dass sie über ihren Vater besaß.
Schlug der König vor, mal in den Bergen Urlaub zu machen, zog sie einen Flunsch und jammerte “Ich will aber ans Meer!“ So verbrachten sie den Urlaub am Meer. Es wurde aufgetischt, was Schneewittchen wollte und Spiele gespielt, die Schneewittchen bestimmte. Wenn der König auf Geschäftsreisen war, musste auch das ganze Hauspersonal nach ihrer Pfeife tanzen. So vergingen fünf Jahre. Der König wollte nicht einsehen, dass er eine kleine verwöhnte Göre heranzog.

Doch eines Tages kam der König von einer Geschäftsreise zurück und  brachte eine Frau mit. Schneewittchen war entsetzt.
Ihr Vater wollte diese Frau zu seiner neuen Königin machen.

Sie hasste diese Frau schon jetzt!

So sehr sich ihre zukünftige Stiefmutter auch bemühte, Schneewittchen zu gefallen – das Mädchen reagierte bockig oder ignorierte sie einfach. Die Stiefmutter war darüber ganz betrübt.
Als dann auch noch das ganze Hauspersonal geschäftig durch Schloss eilte, um die Hochzeit vorzubereiten, flippte Schneewittchen total aus. Sie stürmte in den Thronsaal  ihres Vaters und schrie ihn an: „Ich will nicht das du diese Frau Heiratest! Ich mag sie nicht. Wir brauchen keine andere Frau im Haus! Du hast doch mich. Hast Du mich denn nicht mehr lieb?“
„Natürlich habe ich dich lieb, Prinzesschen!“ Der König blickt seine Tochter entsetzt an. Er hat nicht gedacht, dass sie so gegen eine Heirat ist. „Sophia soll dir nicht die Mutter ersetzen, sie soll dir eine Freundin sein. Außerdem hattest du viel zuviel Verantwortung zu tragen, wenn ich auf Reisen war. Du solltest lieber deine Jugend genießen.“ Schneewittchen blickt ihn nur böse an.
„Deine Stiefmutter kümmert sich ab jetzt um das Hauspersonal und wir haben überlegt, ob es nicht besser wäre, wenn du mehr mit gleichaltrigen zusammen bist. Wir denken, ein Internat ist genau das richtige für dich!“ .....

© B. Döblitz

Der komplette Text ist nachzulesen in meinem Kurzgeschichtenbuch :
Gedankenspuren – Nicht alltägliche Kurzgeschichten von heiter bis besinnlich
ISBN-13: 978-3-95488-726-2
1. Auflage 2014 Engelsdorfer Verlag

Preis: 8,00 EUR
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